Präambel

Der Malinois:
Der Malinois ist die kurzhaarige Variante des belgischen Schäferhundes. Ursprünglich als Hüte- und Treibhund gezüchtet, hat er sich schnell als Dienst- und Sporthund etabliert. Besonders in seinen Ursprungsländern Belgien, Niederlande und Frankreich wurde er schon immer auf seine „inneren” Eigenschaften selektiert und die äußere Erscheinung war zweitrangig. Er ist deutlich kleiner als der deutsche Schäferhund und dadurch auch schneller, wendiger und reaktionsschneller. Gerade diese Werte haben ihn so populär und bekannt gemacht. Seine Lern- und Arbeitsfreude gepaart mit Härte und gleichzeitiger Sensibilität machen ihn nicht gerade zum idealen Anfängerhund. Er hat den unbändigen Willen zur Arbeit und Bewegung, kann er diese Triebe nicht ausleben, so kann sich die Energie auch an der Wohnungseinrichtung entladen.
Seine ursprünglichen Gene des Hütehundes bescheren den meisten Malinois auch eine gehörige Portion Beschützerinstinkt. Sie sind bereit, Herrn und Hof mit allen Mitteln zu verteidigen.

Die Persönlichkeit:
Der Charakter des Malinois ist wirklich sein Trumpf: Sein Verhalten unterscheidet ihn von anderen Schäferhunden. Seine schnellen Reflexe, seine Spontanität, seine Empfindsamkeit und sein Einfühlungsvermögen sind sprichwörtlich. Die feurig funkelnden Augen mit ihrem offenen, sprechenden Ausdruck sind für die temperamentvollen Malinois charakteristisch. Sie künden von ihrer Stärke, ihrer Unerschrockenheit und ihrer Einsatzbereitschaft. Seine Gelehrigkeit und sein Wunsch, seinem Besitzer zu gefallen, sind bemerkenswert. Der Malinois muss sicherlich als besonders feinfühlig, impulsiv und ungestüm beschrieben werden. Zu den Vorzügen des Malinois als Haus- und Familienhund gehören:
Eine gute Gesundheit mit eher seltenen medizinischen Problemen, ein Verhalten voller Hingabe und Treue zum Besitzer und sein Wunsch, diesem Freude zu bereiten. Seine Wachsamkeit und sein Schutzinstinkt, die ihn zum idealen Wachhund für Haus und Hof machen.

Erbliche Erkrankungen:
Der Malinois ist eine gesunde Rasse. Hüftgelenksdysplasie ist die bekannteste und am besten erforschte Erbkrankheit bei fast allen Hunderassen. Sie bedeutet eine ein- oder beidseitige Missbildung der Hüftgelenke. Die Krankheit ist genetisch bedingt, dennoch spielen auch Ernährungs- und Umweltfaktoren eine Rolle. Man tut gut daran, Welpen nicht zu überfüttern und durch zu viel Bewegung zu überfordern.
Von Hüftgelenksdysplasie sind vor allem größere Rassen betroffen, seltener kleine.
Der Prozentsatz der HD- freien Hunde ist beim Malinois recht hoch. Nach französischen Statistiken sind über 90 % der HD- geröntgten Malinois vollkommen HD- frei oder fast normal. Diese Resultate sind beruhigend, sie liefern aber auch das Argument dafür, streng in diese Richtung fortzufahren. Die Tatsache, dass HD bei den Malinois weniger verbreitet ist, als bei anderen Rassen dieser Gruppe wird oft der nicht zu stark ausgeprägten Hinterhandwinkelung und dem recht eleganten Gebäude sowie dem, im Verhältnis zur Größe, geringem Körpergewicht der Rasse zugeschrieben.

Wer ist für einen Malinois geeignet?
Der zukünftige Malinois- Halter sollte idealerweise bereits über Hundeerfahrung verfügen, ist dies nicht der Fall, so sollte auf jeden Fall die Bereitschaft bestehen, sich in einem Hundeverein erfahrenen Hundeführern anzuvertrauen und sich unterstützen zu lassen, am Besten in einem Verein, in dem bereits mit Malinois gearbeitet wird. Selbst erfahrene Hundeführer anderer Rassen sind oft nicht auf das vorbereitet, was sie mit einem Malinois erwartet. Alles, was er tut, tut er mit ganzem Herzen und vollem Einsatz, halbe Sachen sind ihm fremd. Ist der Halter an Hundesport oder an Sport mit dem Hund, egal in welcher Form, interessiert, ist dies sicherlich der richtige Hund für ihn. Der Malinois liebt es, Aufgaben zu erfüllen und Neues zu erlernen. Eine Stunde Unterordnung, Schutzdienstausbildung oder Fährtenarbeit wird ihn mehr auslasten als drei Stunden Spazierengehen, obwohl er dagegen auch nichts einzuwenden hat.
Was erwartet mich Zuhause und worauf sollte ich vorbereitet sein?
Wie schon beschrieben erwartet dem zukünftigen Hundeführer ein besonders aktiver und lernwilliger Hund. Was ihn aber auch erwarten kann, ist besonders in den ersten Lebensjahren, ein junger Hund der erstmal alles hinterfragt und die Rangfolge innerhalb der Familie gerne überprüft. Er erwartet eine konsequente und faire Erziehung. Harsche Korrekturen und schwache Trainingsmethoden können den Hundeführer schnell in Schwierigkeiten bringen. So schnell wie er die gewünschten Handlungen erlernt, so schnell lernt er auch alle unerwünschten Dinge. Er will immer Teil der Familie sein, in der Regel ist er der Schatten seines Hundeführers.

Unterwegs:
Viele Hunde dieser Rasse haben einen ausgeprägten Jagd- und Beutetrieb. Dieser entwickelt sich in der Regel wenn sie ca. ein dreiviertel Jahr alt sind. Ab diesem Alter sollte der Hundeführer erhöhte Obacht bei Spaziergängen haben und Jagdversuche im Ansatz unterbinden.
Durch den hohen Schutztrieb, gepaart mit einer geringen Reizschwelle, kann es bei der Begegnung mit fremden Personen oder Hunden zu ungeliebten Reaktionen kommen. Selbst das Armheben zum Gruß einer bekannten Person, kann durch den Hund schon als Angriff auf den Hundeführer gedeutet werden und eine Drohgebärde auslösen. Deshalb ist es sehr wichtig den Welpen und Junghund von Anfang an gründlich zu sozialisieren und an viele Dinge des täglichen Lebens zu gewöhnen um spätere ungewünschte Reaktionen zu vermeiden.

Voraussetzungen an Haus und Hof:
Da der Malinois sehr wachsam ist und Haus und Hof verteidigt, sollte auf jeden Fall eine entsprechende Umzäunung vorhanden sein. Ungebetene Besucher können sonst schnell ihr blaues Wunder erleben. Sind sie berufstätig, so ist idealerweise ein Hundezwinger oder „Hundezimmer” vorhanden, indem der Hund stundenweise untergebracht werden kann. Wird er in der Wohnung alleine gelassen, kann es bei einem nicht ausgelasteten Hund schnell zu Schäden an der Einrichtung kommen.

Einsatz:
Der Malinois ist als anspruchsvoller Haushund genau so geeignet wie als Sporthund, Begleithund sowie als Diensthund bei Polizei, Gendarmerie und Zoll, wo er derzeit stark verbreitet ist.
Bei der Exekutive gibt es Ausbildungsmöglichkeiten zum Schutz-, Fährten- und Stöberhund (Stöbern nach Personen und Gegenständen) sowie eine Zusatzausbildung als Drogenspürhund, Brandermittlungs-, Sprengmittel-, Leichen- und Blutspür- sowie als Lawinen- und Verschüttetensuchhund. Der Malinois wird auch als Zugriffs- bzw. Antiterrorhund ausgebildet.

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